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Warum diese Region gesondert betrachtet wird
In der Kniekehle liegen die Hauptschlagader und die tiefe Vene des Beins, begleitet von Nerven, die Unterschenkel und Fuß versorgen. Umgeben sind sie von den Sehnen der rückseitigen Oberschenkelmuskulatur, von Anteilen der Wadenmuskulatur und von der hinteren Gelenkkapsel mit einem hinteren Bandapparat. Die Weichteile machen es schwer, von außen zu tasten, was genau eine Schwellung verursacht. Aus dieser Kombination folgt eine schlichte Regel: Beschwerden in der Kniekehle sollten Sie ernster nehmen und früher abklären lassen als ein Ziehen an anderer Stelle. Auch der Vergleich mit der Gegenseite fällt hier schwerer, weil sich die Region im Stehen kaum beurteilen lässt.
Beschrieben werden meist zwei Empfindungen. Die eine ist ein Spannungs- oder Druckgefühl, oft verstärkt beim vollständigen Strecken oder tiefen Beugen des Knies, gelegentlich mit dem Eindruck, es liege eine Kugel dahinter. Die andere ist ein ziehender oder stechender Schmerz, der bei bestimmten Bewegungen auftritt. Halten Sie fest, welche der beiden Ihrer Wahrnehmung näherkommt, ob die Kniekehle sichtbar vorgewölbt ist und ob sich der Eindruck im Stehen anders anfühlt als im Liegen mit gestrecktem Bein. Prüfen Sie zusätzlich, ob sich das Bein vollständig durchstrecken lässt, wenn Sie flach auf dem Rücken liegen. Eine Einschränkung im Seitenvergleich ist eine gut verwertbare Beobachtung und lässt sich in wenigen Sekunden feststellen.
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Eine Schwellung hinter dem Knie richtig einordnen
Eine tastbare Vorwölbung in der Kniekehle wird häufig durch eine mit Gelenkflüssigkeit gefüllte Aussackung der hinteren Kapsel verursacht. Sie entsteht meist nicht aus sich selbst heraus, sondern begleitend zu einem Geschehen im Gelenk, das vermehrt Flüssigkeit produziert. Deshalb richtet sich die ärztliche Aufmerksamkeit in solchen Fällen regelmäßig auf das Kniegelenk insgesamt und nicht nur auf die Schwellung. Die Größe kann über Wochen schwanken, und viele Betroffene bemerken sie zuerst als Spannungsgefühl beim Beugen, nicht als Schmerz. Bei Kindern und Jugendlichen wird eine solche Schwellung anders bewertet als bei Erwachsenen, weshalb das Alter im Gespräch eine Rolle spielt. Auch hier gilt: Die Einordnung erfolgt ärztlich und nicht durch Tasten zu Hause.
Selbst beurteilen lässt sich das nicht. Eine Schwellung in der Kniekehle kann verschiedene Ursachen haben, und die Unterscheidung erfordert eine körperliche Untersuchung, häufig ergänzt durch Ultraschall. Lassen Sie eine neu aufgetretene, tastbare Vorwölbung deshalb ärztlich ansehen, auch wenn sie nicht schmerzt. Wichtig: Versuchen Sie unter keinen Umständen, eine solche Schwellung durch Drücken oder Massieren zu verkleinern. Was dort liegt, wissen Sie nicht, und die Nähe zu großen Gefäßen macht eigene Manipulationen zu einem unnötigen Risiko. Fotografieren Sie die Region im Seitenvergleich, wenn Sie den Verlauf dokumentieren möchten, und notieren Sie das Datum dazu. Das ist gefahrlos und liefert im Termin mehr als eine Beschreibung aus der Erinnerung.
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Die Kombination, bei der Sie sofort handeln
Es gibt eine Konstellation, die keinen Aufschub verträgt. Wenn zu einer Schwellung in der Kniekehle Beschwerden am Unterschenkel hinzukommen, ist eine umgehende ärztliche Abklärung erforderlich. Gemeint sind Schmerzen in der Wade, ein Spannungs- oder Schweregefühl im Unterschenkel, eine Zunahme des Umfangs im Seitenvergleich, Überwärmung oder eine Verfärbung der Haut. Auch wenn diese Zeichen einzeln auftreten und harmlose Erklärungen haben können, ist die Kombination mit einer Schwellung hinter dem Knie ein Grund, noch am selben Tag eine Praxis oder außerhalb der Sprechzeiten eine Notaufnahme aufzusuchen. Rufen Sie im Zweifel in einer Praxis an und schildern Sie die Kombination; dort wird die Dringlichkeit eingeschätzt.
Dringend ist ebenfalls plötzliche Atemnot oder Brustschmerz, unabhängig davon, wie das Knie sich anfühlt. Weitere Zeichen, bei denen Sie nicht abwarten sollten: eine rasch zunehmende, pralle Schwellung des Kniegelenks, Fieber mit Rötung und Überwärmung, ein Bein, das plötzlich taub wird oder sich kalt anfühlt, sowie eine deutliche Kraftlosigkeit im Fuß. Diese Aufzählung soll Sie nicht beunruhigen, sondern handlungsfähig machen. In allen anderen Fällen bleibt Zeit für einen regulären Termin. Für alle übrigen Beschwerden in dieser Region gilt eine niedrigere Schwelle als anderswo am Knie: Wenn Sie unsicher sind, lassen Sie es ansehen, statt über Wochen zu beobachten.
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Weitere Möglichkeiten und was Sie notieren sollten
Neben einer Aussackung der Kapsel kommen andere Erklärungen in Betracht. Beschwerden können von den Sehnen der rückseitigen Oberschenkelmuskulatur ausgehen, insbesondere nach ungewohnter Belastung oder einer Dehnbewegung. Auch die hinteren Anteile der Menisken liegen in dieser Region, ebenso Ansätze der Wadenmuskulatur. Und wie an anderen Stellen des Knies kann Schmerz hinter dem Gelenk spürbar sein, während der Ursprung an anderer Stelle liegt. Eine Zuordnung anhand der Empfindung allein ist deshalb nicht möglich. Auch Beschwerden, die vom unteren Rücken ausgehen, werden gelegentlich in der Kniekehle wahrgenommen. Und nicht jede Empfindung hinter dem Knie hat eine strukturelle Entsprechung; manches erklärt sich durch Muskelspannung nach ungewohnter Anstrengung.
Notieren Sie vor dem Termin die folgenden Punkte:
- seit wann die Beschwerden bestehen
- ob eine Schwellung tastbar ist und ob sie sich verändert
- ob das Bein vollständig streckbar ist
- ob Sie den Unterschenkel im Seitenvergleich als dicker empfinden
- ob eine ungewohnte Belastung vorausging
Erwähnen Sie außerdem längere Ruhephasen, etwa nach einer Operation, einer Reise mit langem Sitzen oder einer Erkrankung mit Bettruhe, sowie bekannte Vorerkrankungen und regelmäßig eingenommene Medikamente. Diese Angaben sind für die Einschätzung in dieser Region besonders relevant. Halten Sie ebenfalls fest, ob die Beschwerden im Tagesverlauf zunehmen und ob sie sich beim Hochlegen des Beins verändern.